
Basische Haarpflege: die Routine in vier Schritten
Vier Schritte. Drei davon dauern zusammen keine fünf Minuten.
Im Badezimmerregal stehen vier Flaschen, und morgens um zehn vor sieben hat niemand einen Plan, in welcher Reihenfolge sie drankommen. Also greift man zu der, die vorne steht.
Dabei ist die Reihenfolge das Einzige, was man sich bei basischer Haarpflege wirklich merken muss. Steht sie einmal, läuft der Rest von allein – einmal in der Woche das volle Programm, an den anderen Tagen zwei Handgriffe.
Die Reihenfolge, auf die es ankommt
Einmal pro Woche laufen alle vier Schritte durch. An den übrigen Waschtagen bleiben nur Schritt drei und vier übrig, und das ist dann eine ganz normale Haarwäsche.
- Trocken bürsten. Vor dem Wasser, auf der trockenen Kopfhaut. Zwei bis drei Minuten, vom Nacken zur Stirn, von den Seiten zum Scheitel.
- Kopfhautgel einwirken lassen. Das SkalPuro kommt mit dem Applikator direkt auf die trockene Kopfhaut, kurz einmassieren, fünf Minuten stehen lassen. In dieser Zeit kann man den Kaffee aufsetzen.
- Waschen. Mit Wasser aufschäumen, das Basische Haarshampoo dazu, die Kopfhaut durchwaschen und den Schaum bei langem Haar nach unten durchdrücken.
- Spülen und auskämmen. Die Basische Haarspülung in die Längen einkneten, ein bis zwei Minuten warten, auskämmen – und zum Schluss kalt nachspülen.
Die ersten beiden Schritte stammen aus der Anwendungsanleitung von P. Jentschura, die beiden letzten aus der von pH-Cosmetics. Dass sie so gut ineinandergreifen, ist Zufall – aber ein praktischer.
Wer danach noch etwas tun will, träufelt ein paar Tropfen 3x3 HaarTonikum auf die Kopfhaut und massiert sie lange ein. Das ist der fünfte Schritt für die, die einen wollen. Notwendig ist er nicht.
Was die vier Schritte kosten
Vier Flaschen klingen nach einer Anschaffung. Deshalb hier die Zahlen, bevor die Frage im Kopf hängen bleibt:
| Produkt | pH-Wert | Menge und Preis | Grundpreis |
|---|---|---|---|
| Basisches Haarshampoo pH-Cosmetics | 8,2 | 250 ml · 19,50 € | 78,00 €/l |
| Basische Haarspülung pH-Cosmetics | 7,5 | 200 ml · 16,50 € | 82,50 €/l |
| SkalPuro Kopfhautgel P. Jentschura | 8 bis 8,5 | 250 ml · 29,95 € | 119,80 €/l |
| 3x3 HaarTonikum P. Jentschura | keine Angabe | 100 ml · 49,50 € | 495,00 €/l |
pH-Werte und Mengen nach Herstellerangabe. Preise Stand 23.09.2026, größere Gebinde gibt es bei allen vier Artikeln.
Der Einstieg: Shampoo und Spülung zusammen 36,00 €. Damit läuft die Wöchentlich-Routine ohne Schritt eins und zwei – und genau so fangen die meisten an.
Das Kopfhautgel: Nach Herstellerangabe reicht die 250-ml-Flasche bei einer Anwendung pro Woche acht bis zwölf Wochen. Das sind 2,50 bis 3,74 € je Anwendung – einmal die Woche, nicht jeden Tag.
Beim Tonikum ist der Literpreis die falsche Maßeinheit. Es wird tropfenweise mit der Pipette aufgetragen, nicht ausgegossen. Wie lange eine Flasche dabei hält, beziffert der Hersteller nicht – also beziffern wir es auch nicht.
Die drei Minuten mit der Bürste
Von allen vier Schritten ist der erste der, den man am ehesten weglassen würde – und der, den man nach zwei Wochen am wenigsten missen möchte. Trocken bürsten kostet nichts außer Zeit, und drei Minuten sind länger, als man denkt.
Der Rhythmus stellt sich schnell ein: Nacken, Seiten, Scheitel, und dann von hinten nach vorn durch. Wer das mit einer Haarbürste mit Wildschweinborsten macht, spürt den Unterschied zu Kunststoffborsten sofort – sie greifen weicher und ziehen weniger. Das Bürsten verteilt dabei den Talg vom Ansatz in die Längen, und das ist der ganze Trick daran.
Danach riecht das Badezimmer fünf Minuten lang nach Latschenkiefer und Salbei, weil das Kopfhautgel einwirkt und man ohnehin nichts tun kann. Es ist kein Programm, das man durchhält oder nicht. Es sind zehn Minuten am Samstagmorgen, bevor der Tag jemand anderem gehört.
Was der pH-Wert mit der Haarfaser macht
Eine Sache gehört dazu, und sie erklärt, warum die Routine so endet, wie sie endet.
Eine Arbeitsgruppe um Maria Fernanda Reis Gavazzoni Dias hat 2014 im International Journal of Trichology 123 Shampoos vermessen. Die pH-Werte lagen zwischen 3,5 und 9,0, gut 61 Prozent davon über pH 5,5. Der Befund der Autorinnen und Autoren: Ein alkalischer pH kann die negative elektrische Ladung an der Oberfläche der Haarfaser erhöhen und damit die Reibung zwischen den Haaren – was sich als Krauseln und, bei strapaziertem Haar, als Faserbruch zeigen kann.
Das ist eine Aussage über die Faser, nicht über die Kopfhaut. Beide haben unterschiedliche Bedürfnisse, und genau an dieser Stelle teilt sich der Markt: Die einen richten alles an der Faser aus, die anderen an der Kopfhaut. Basische Pflege gehört zur zweiten Gruppe, und das ist eine Entscheidung, keine Überlegenheit.
Deshalb stehen die beiden letzten Schritte der Routine nicht zur Debatte. Die Spülung liegt mit pH 7,5 tiefer als das Shampoo, sie enthält Avocadoöl, Aloe vera und Panthenol und keine Silikone – und der Hersteller schreibt das kalte Nachspülen ausdrücklich dazu. Wer beides wegglässt, hat die Routine nicht verkürzt, sondern halbiert.
Und wem das zu viel Abwägung ist, dem hilft vielleicht die schlichte Version: Bei sehr langem, gefärbtem oder ohnehin brüchigem Haar wiegt das Faser-Argument schwerer. Geht es dir um die Kopfhaut, wiegt es leichter. Die Zahlen stehen oben, die Entscheidung liegt bei dir.
Häufige Fragen zur basischen Haarpflege
Wie oft mache ich das volle Programm?
Einmal pro Woche. Das Kopfhautgel ist nach Herstellerangabe für eine Anwendung wöchentlich gedacht, und das Bürsten passt gut davor. An allen anderen Waschtagen bleiben Shampoo und Spülung – das dauert nicht länger als jede andere Haarwäsche.
Brauche ich die Spülung wirklich?
Bei kurzem Haar kommen viele ohne aus. Bei langem, gefärbtem oder strapaziertem Haar würde ich sie nicht weglassen: Sie liegt im pH-Wert tiefer als das Shampoo, und nach dem oben beschriebenen Reibungs-Effekt ist genau das der Schritt, der ihn abmildert. Das kalte Nachspülen gehört dazu.
Und wenn ich basische Pflege noch gar nicht kenne?
Dann fängst du mit Shampoo und Spülung an und lässt die ersten beiden Schritte erst einmal weg. Nach ein paar Wäschen weißt du, ob dir die Richtung liegt – und das Kopfhautgel kannst du jederzeit nachlegen.
Warum fühlt sich das Haar direkt nach dem Waschen anders an?
Basische Shampoos schäumen anders und hinterlassen ein anderes Gefühl im nassen Haar als silikonhaltige Produkte, weil nichts die Faser umhüllt. Viele beschreiben es als „quietschig“. Das gibt sich beim Trocknen, und die Spülung nimmt den größten Teil davon.
Alle vier Artikel und die passenden Gebindegrößen stehen in der basischen Haarpflege. Wer lieber mit Koffein-Shampoo und Lärchenextrakt arbeitet, findet daneben die Kopfhaut- und Haarpflege von OVIMED.
Am Ende bleibt von alldem eine kleine Gewohnheit: Bürste, Gel, zehn Minuten Samstagmorgen. Nicht spektakulär, aber sie gehört dir – und das ist bei den meisten Dingen, die man durchhält, der eigentliche Grund.
Zuletzt geprüft: 23.09.2026
Quellen: Gavazzoni Dias MFR u. a., The Shampoo pH can Affect the Hair: Myth or Reality?, International Journal of Trichology 6(3), 2014, S. 95–99 – Volltext bei PubMed Central. pH-Werte, Mengen, Preise und Anwendungshinweise nach Herstellerangaben von pH-Cosmetics und P. Jentschura, abgerufen am 23.09.2026.

