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Mundgesundheit · Kapitel 1

Was dein Mund über dich verrät, bevor du ein Wort sagst

Auf den Pferdemärkten früherer Zeiten galt eine einfache Regel: Augen auf, Maul auf. Ein Blick auf die Zähne verriet Alter und Verfassung. Beim Menschen ist es bis heute kaum anders — dein Mund erzählt eine ganze Geschichte über dich. Du musst nur wissen, wie man sie liest.

Der Mund als Spiegel

Dein Mund erzählt eine Geschichte

Schon die Ärzte der Antike hatten kein Labor — nur ihre Sinne. Sie schauten den Kranken „ins Maul", ließen sich anhauchen und beurteilten den Atem. Heute übernehmen Geräte vieles davon. Aber die alte Beobachtung stimmt noch: Der Mund ist ein erstaunlich ehrlicher Ort.

Ein pelziger Belag auf Zähnen und Zunge, der sich bei fieberhaften Infekten zeigt — das kennt fast jeder. Doch es geht weiter. Der Umweltzahnmediziner Dr. med. dent. Wolfgang Kufahl und Prof. em. Prof. med. habil. Karl Hecht beschreiben in ihrem Buch, wie viel die Zunge allein verraten kann: erdbeerartige Stippchen, eingedrückte Ränder mit den Abdrücken der Zähne, eine glatt-glänzende oder eine brennende Zunge. Selbst der Mundgeruch hat seine Sprache — mal fruchtig, mal säuerlich, mal nach Ammoniak.

Man muss kein Mediziner sein, um das spannend zu finden. Der Mund ist eben nicht nur die Tür, durch die das Essen geht. Er ist ein Fenster.

Das ist Wissen zum Staunen, keine Diagnose. Wenn dir an dir selbst etwas auffällt, ist die richtige Adresse dein Zahnarzt oder deine Ärztin — nicht eine Internetseite.

Gesund beginnt im Mundaus dem Buch „Mundgesundheit"

Spiegel und Tor zugleich

Wo der Körper anfängt — und wo nicht

Hier wird es überraschend. Der Verdauungstrakt vom Mund bis zum Darmausgang ist im Grunde ein langer, durchgehender Schlauch durch deinen Körper. Klingt erst mal nach „innen". Ist es aber genau genommen nicht. Was diesen Schlauch durchläuft, ist erst dann wirklich „in dir", wenn es eine feine Grenze passiert hat: die Schleimhautbarriere — im Mund, später im Darm.

Diese Barriere entscheidet, was in den Blutkreislauf gelangt und was einfach wieder hinausgeht. Sie ist die eigentliche Tür zwischen Außen und Innen. Und sie hat einen guten Job zu erledigen.

Wie eng Mund und Gesamtbefinden zusammenhängen, zeigt ein Beispiel aus dem Buch: Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass eine bakterielle Parodontitis an der Entstehung von Herz-Kreislauf-Problemen beteiligt sein kann. Bewiesen ist nicht jede Wechselwirkung — aber der Mund ist ganz offensichtlich kein abgeschlossener Raum. Er hängt mit dem Rest zusammen.

Der praktische Teil

Gut gekaut ist halb verdaut

Der vielleicht nützlichste Satz des ganzen Kapitels — und der einfachste umzusetzen. Im Mund passiert mehr, als man denkt: Die Nahrung wird zerkleinert, mit Speichel durchmischt, erste Enzyme machen sich an die Arbeit. Die Empfehlung der Autoren ist herrlich unkompliziert: jeden Bissen mindestens 20 Mal kauen und gut einspeicheln.

Und dann kommt eine kleine Stelle, die bei uns natürlich hängenbleibt. Zum Essen, schreiben die Autoren, möglichst keinen Alkohol — höchstens ein wenig Wasser. Sonst wird der Speichel zu sehr verdünnt, und es stehen nicht genug Enzyme zur Vorverdauung bereit.

Wasser ist hier kein Nebendarsteller. Im Dünndarm werden dem Speisebrei am Ende rund 80 % seines Wassers wieder entzogen, weitere 19 % im Dickdarm. Es läuft also wirklich vieles über Wasser — und über die Frage, ob es ein gutes ist. (Aber das ist eine eigene Geschichte, die wir uns ein anderes Mal vornehmen.)

Gut gekaut ist halb verdautaus dem Buch „Mundgesundheit"

Wie es weitergeht

Die spannende Frage kommt erst noch

Wir haben jetzt zwei Dinge gesehen: Der Mund verrät viel. Und er ist der Anfang einer Strecke, die über eine feine Schleimhautbarriere bis tief in den Körper führt. Genau um diese Barriere — und um das, was ihr guttut — geht es im nächsten Kapitel.

Wer nicht warten will: Die ganze Geschichte, von der Zunge bis zum Darm, steht im Buch von Dr. med. dent. Wolfgang Kufahl und Prof. em. Prof. med. habil. Karl Hecht. Verständlich geschrieben, im Frage-Antwort-Format — auch für alle, die mit Fachsprache sonst wenig anfangen können.

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